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Für Eure heiße Liebesnacht zu

Willst du mit mir geh’n

homo.net Info vom 21. Mai 2026
von Webmaster Jan

 

Fünf Männer meinten es ernst: Ein nackter Schlagerabend zur Neueröffnung des „Big Eden“ am Ku’damm in Berlin sollte es sein. Wollten sie sich bewusst lächerlich machen? „DJ Jupiter“ erinnert sich an die alte Zeiten. Das passt zu den alten Schlagern.

Playboy-Legende Rolf Eden (1930 - 2022) hatte sich im zarten Alter von 72 Jahren gerade frisch von seiner letzten Diskothek, dem „Big Eden“, getrennt. Die neuen Eigentümer wollten neue Wege gehen. Es sollten bis zum Abriss einige teure Irrwege werden – die späteren Eigentümer gingen alle pleite.

Aber nicht nur Udo Jürgens „weiß, was ich will“. Da, wo sich früher Tausende Frauen hüllenlos und leicht bekleidet präsentiert hatten, sollten sich jetzt die Herren der Schöpfung selber nackig machen. Herbert Grönemeyer meinte dazu nur „Männer!“. „Aber bitte mit Sahne“ – die geschlagene natürlich, nicht was Du jetzt gerade wieder denkst.

Denn das neue Eden ging ohne nackten Schlagerabend auf und wieder zu. Der Club verschwand, die Idee blieb – und zog später in andere Clubs aus. Zwei Jahre später fand mit ein bisschen Überwindung die zwar bizarre, aber doch gemeinschaftsstiftende „Schlager-Nackt-Party“ statt. Dank ihres stetig wachsenden Erfolgs wurde sie zur Partyreihe ausgebaut, bis sie im letzten Jahr im SchwuZ mit „Merci, Chérie“ vorläufig endete.

Das neue Team gibt sich bewusst albern, camp, dadaistisch, schüttelt „nackt“ und „Schlager“ gehörig durcheinander und macht daraus die „nagerschlackte Party-Institution in Berlin!“ Offenbar hatte Berlin genau darauf gewartet: Schlager, Schweiß und „ein bisschen Frieden“. Zum ersten wiedererweckten „Nackt-Schlager-Ball“ strömen pünktlich um 18:00 Uhr Heerscharen von Männern ins Metropol. Die Schlange reicht bis um die Ecke.

Am Eingang gibt es massenweise Süßes. Trude Herr hätte dazu gesagt: „Ich will keine Schokolade, ich will lieber einen Mann.“ Dann ziehen sich alle zum Ringelpietz ohne Anfassen aus und feiern ihre vielgeliebten Schlager. Denn „er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür“ und wenn er im Tor stehe ... steht ich dahinter. Über den Wolken, da sind sich die Fans einig, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Eine Handvoll Frauen verschlägt es auf die Party. Besorgte Männerfragen werden vorsorglich in den FAQs beantwortet, aber offensichtlich nie gefragt: „Was, wenn einer auf der Party eine Erektion bekommt?“ „Das muss ihm das nicht peinlich sein.“ Doch trotz ausgelassenen Tanzens und gemeinsamen Gesangs bleibt die erhoffte gute Durchblutung aus. „Er steht immer dann, wenn ich ihn brauche“ – singt keiner, aber viele denken es.

Wie sagt schon die Biene zu dem Stachelschwein? „Schön ist es, auf der Welt zu sein.“ Damals wie heute ist niemandem deutscher Text peinlich. Nur selten wird auf Englich gefragt: „Where’s your mama gone?“ Und alle schluchzen begeistert: „Ooh-wee, chirpy chirpy cheep cheep“.

Vom Ku’damm über Neukölln nach Kreuzberg: Der Schlager zieht weiter, nur die Hüllen bleiben zurück.

Der nächste Nackt-Schlager-Ball steigt am 21. Juni 2026 im SO36 pünktlich um 18.00 Uhr.

Immer wieder sonntags
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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